Ein Beitrag zum Thema "Musikwahl"

on Januar 17, 2021
Für alle Turnier-Neulinge und Einsteiger:
Wusstet ihr, dass in der Working Equitation zu Musik geritten werden kann?
Ich persönlich mag es ja, zu Musik zu reiten. Es hilft beim Finden von Takt und Losgelassenheit und sorgt außerdem - bei entsprechender Musikwahl - für gute Laune. Außerdem kann es beim Training daheim auch sehr hilfreich sein, um die Pferde an die Geräuschkulisse bei einem Turnier vorzubereiten. Ich denke es ist logisch, dass man am besten nicht mit voller Lautstärke und erst am Tag vor dem Turnier damit beginnt! 😄
Für die Dressuraufgabe wird angeboten, dass man zur eigenen Musik reitet. Musik vom Veranstalter wird nur gespielt wenn man keine eigene Musik mitbringt, sondern ihr könnt Euch selbst Gedanken zu Eurer musikalischen Untermalung machen. An dieser Stelle möchte ich Euch ein paar Tips geben, nach welchen Kriterien ihr Eure Musik aussuchen könnt.
1. Wählt eine Musik, die zu Eurem Pferd und Eurem Reittempo passt. Ein Pferd mit viel Go und eher schneller Trittfolge gibt einen anderen Takt vor, als ein eher gemütliches Pferd. Aber ein etwas ruhigerer Takt hilft einem hochfrequenten Pferd oft zu mehr Gelassenheit. Umgekehrt kann eine sehr langsame, getragene Melodie ein von Haus aus langsames Pferd noch mehr ausbremsen, sodass etwas mehr Rythmus oft besser passt. Das müsst ihr einfach individuell für Euch und Euer Pferd ausprobieren.
2. Wichtig ist bei der Musikwahl auch, auf die unteschiedlichen Gangarten der Dressuraufgabe einzugehen. Die Musik soll sowohl zum Schritt, als auch zum Trab und zum Galopp passen. Man kann dazu entweder eine Musikuntermalung auswählen, die sozusagen als Hintergrundmusik die ganze Aufgabe begleitet, oder man schneidet sich aus verschiedenen Musikstücken ein Gesamtwerk zusammen, dass dann zum jeweiligen Gangartenwechsel passend beginnt und endet. Zweiteres setzt allerdings vorraus, dass man sehr zeitgenau reitet. Wer als Anfänger an den Start geht ist daher sicherlich besser beraten eine Musik zu wählen, die einfach durchläuft solange man reitet. Aber natürlich kann das jeder handhaben wie er/sie möchte.
3. Unterschätzt nicht die Zeit, die ihr für Eure Musikwahl benötigt. Ich finde den Winter mit seinen langen Abenden hervorragend geeignet, um sich dieser Aufgabe zu widmen. Und wenn es nur darum geht, sich ein paar Musiktitel zu notieren um sie zu einem späteren Zeitpunkt auszuprobieren. Schließlich sollte vor Eurem Turnierstart noch genügend Zeit sein, auch mal im Training zur eigenen Musik geritten zu sein.
4. Lasst Euch von jemandem dabei filmen oder wenigstens die Zeit nehmen, wenn ihr Eure Dressuraufgabe reitet. Sobald ihr wisst, welchen Bewerb ihr starten werdet, könnt ihr die entsprechende Aufgabe üben. Lasst Euch am besten dabei filmen, damit ihr wisst, wann ihr Tempowechsel in Eurer Aufgabe habt und wie lange ihr für die Aufgabe braucht. Beides hilft bei der Musikwahl.
5. Versucht aus der Masse herauszustechen. Natürlich kann es immer mal vorkommen, dass man die gleiche Musik hat wie ein anderer Reiter. Das ist weder schlimm noch verboten. Manche Musikstücke bieten sich geradezu zum Reiten an, daher kommt das auch immer wieder vor. Aber individueller und etwas persönlicher wird es natürlich, wenn sich die Musik nicht bei jedem zweiten Ritt wiederholt.
6. Die Musik muss von den Teilnehmern auf einem USB-Stick im Format MP3 bei der Meldestelle abgegeben werden. Daher gehört bei der Working Equitation ein USB-Stick sozusagen zum Turnier-Equipement, der bei mir auf meiner "Hakerl-Liste" gleich unter Pferdepass und Kopfnummer steht. Es ist super ärgerlich, wenn die ganze Mühen und der Aufwand für die richtige Musikwahl umsonst sind, weil man den USB-Stick daheim vergessen hat. Ich hab einen Ersatz-Stick mit ein paar Nummern immer im Auto, sodass ich im Fall des Falles zumindest darauf zurückgreifen kann.
In diesem Sinne: Viel Spaß beim Musikhören!